Überblick

InterVal-Poster auf deutsch (zip-pdf)

InterVal-Poster auf englisch (pdf)

 

Das Berliner Forschungszentrum Internetökonomie (InterVal) wurde von Mitte 2003 bis Ende 2007 als eines von 7 Projekten der iö-Förderinitiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Ziel war, neue Formen und Konsequenzen des Wirtschaftens im Internetzeitalter zu untersuchen und auch eigene technologische Beiträge zu leisten. Dabei wurden sieben thematische Schwerpunkte aus der Perspektive fünf verschiedener Disziplinen vereint. Informatiker, Wirtschaftsinformatiker, Betriebswirte, Volkswirte und Psychologen versuchten, ihre inhärenten fachlich konzentrierten Betrachtungsweisen für den Austausch und die Denkweisen der anderen Disziplinen zu öffnen und sich interdisziplinär zu befruchten.

 

Ein wesentlicher Schwerpunkt der InterVal-Arbeit war die Auseinandersetzung mit effizienter Bereitstellung und Zugriff auf Informationen. Die Teilprojekte Wissensnetze (unter der Leitung von Prof. Tolksdorf) und Wissensmanagementsysteme (Dr. Spiekermann) beschäftigten sich beispielsweise mit der Frage, wie die technischen Entwicklungen in den Bereichen ‚Semantic Web’ und ‚Social Networks’ genutzt werden können, um das schnelle Auffinden und Vermitteln von ‚Human Resources’ zu vereinfachen. Dazu wurden nicht nur ökonomische Untersuchungen durchgeführt, sondern auch konkrete eigene Technologieentwicklungen vorangetrieben und erprobt. An der FU entstand dabei ein Prototyp für das ‚e-Recruitment’, welcher nun in der Firma Ontonym weiterentwickelt werden soll. An der HU entstand das System skillMap, was nun in der skillMap GmbH weitergeführt werden soll. Beide Firmen sind das direkte Resultat der InterVal-Förderung. Darüber hinaus entstand am Lehrstuhl von Prof. Malek das Ortungssystem ‚Magic Map’ (betreut durch Peter Ibach), welches neue Standards bei der Indoor-Ortung setzt. Alle drei Technologien zählten in 2006 und 2007 zu den Gewinnern diverser Business-Plan Wettbewerbe mit dem Ziel, Ausgründungen voranzutreiben.

 

Staatliche Forschungsförderung kann jedoch nicht nur das Ziel sofortiger Verwertung haben. Sehr bedeutend ist auch die Förderung von grundlagenorientierter Forschung. Die entsprechenden Arbeiten zeitigten in unserem Fall z.B. wichtige Innovationen und Erkenntnisgewinne zu den Auswirkungen der Internetökonomie auf Marktmechanismen und Marktteilnehmer (Verbraucher, Arbeitnehmer). Für InterVal war es von großem Nutzen, die wirtschaftswissenschaftlichen Arbeitsgruppen von Prof. Burda und Prof. Röller an Bord zu haben, welche im Projektzeitraum zahlreiche einschlägige Publikationen erarbeitet haben, u.a. für die Zeitschriften American Economic Review und European Economic Review.

 

Auch die anderen InterVal-Teilprojekte haben sehr intensiv veröffentlicht. Insgesamt haben die an InterVal beteiligten Wissenschaftler im Projektzeitraum 252 wissenschaftliche Arbeiten publiziert. Es entstanden 3 Bücher, 12 Dissertationen, 3 Habilitationen und 133 Diplomarbeiten. Die Relevanz der Arbeiten hat sich auch darin gespiegelt, dass die Ergebnisse von InterVal in über 50 Zeitungen und Medienauftritten besprochen wurden und auf großen Messen, wie etwa der CEBIT, gezeigt werden konnten. Ferner konnte ein Patent (entwickelt durch Oliver Berthold am Lehrstuhl von Prof. Freytag) angemeldet und an SAP verkauft werden.

 

In 2008 gehen Teile der InterVal-Strukturen nun über in das IKT 2020 Leitinnovationsprojekt ‚Aletheia’, welches sich unter der Konsortialführung von SAP mit der semantischen Föderation umfassender Produktinformationen auseinandersetzen wird. Damit ist InterVal das einzige der 7 iö-Förderprojekte, welches zumindest in Teilen weiter durch das BMBF unterstützt wird.

 

Das Projekt InterVal war während seiner knapp fünf Jahre Laufzeit auch im Vergleich zu anderen Verbundprojekten von einem besonderen Teamgeist und einer außrgewöhnlichen Motivation und Produktivität geprägt. Wir möchten uns an dieser Stelle bedanken für die ausgesprochen fruchtbare und auch menschlich stets angenehme Zusammenarbeit mit dem BMBF, dem Projektträger und natürlich den an InterVal beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern.

 

Sprecher: Prof. Oliver Günther, Ph.D.

 

Geschäftsführerin: Dr. Sarah Spiekermann

 

 

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